.: Dem Rotbach seine Route :.     
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Schutz und Trutz

Außer dem Rotbach gab es früher auch schon eine Straßenverbindung nach Eppinghoven, das damals noch eigenständig war.
Zu den Straßen, die aus dem alten Dinslaken "nach draußen" führten, gehörte eben diese Eppinghovener Straße. Heute verbindet sie die Duisburger- und die Voerder Straße. Früher stand am Stadtausgang das Eppinghovener Tor. Wie auf einer alten Stadtansicht von 1600 zu sehen ist, handelt es sich um einen Turm mit quadratischem Grundriss, der von Zinnen und einem Turmhelm gekrönt war.
Vermutlich handelt es sich bei dem uralten Kirchspiel Eppinghoven um eine fränkische Siedlung, angelegt am ältesten Verbindungsweg zwischen Ruhr und Lippe, entlang der Niederrheinterrasse, wo sich zahlreiche fränkische Ortschaften niederließen. Eppinghoven hieß damals, im 8. Jahrhundert, noch Eppinkheim. Über seine Entstehung liegen keine Dokumente vor. Schließt man auf eine fränkische Siedlung, dürfte Eppink Sohn des Eppo bedeuten und Eppinkheim den Hof bezeichnen, der nach fränkischem Brauch nach dem Namen des Edlen als dessen Heim benannt wurde. In der Folgezeit weitete sich der Einzelhof zu einer Streusiedlung aus, die den Namen des ältesten Einzelhofes übernahm.
der Rotbach in Eppinghoven

Eppinghoven, heute ein Stadtteil von Dinslaken, gehörte vor der Gebietsreform 1975 teilweise zu Walsum und teilweise zu Voerde. Zu Eppinghoven gehört der Ortsteil Stapp, unmittelbar am Rhein.
Zum Stapp, wo es auch mehrere Lokale gibt, fahren wir immer hin (natürlich mit dem Fahrrad) zum "Rheingucken". Hoch-, Niedrigwasser oder Wildgänse. Meist durch die Rheinauen, an der Emscher zurück und Eis am Altmarkt geleckt.
Eine besondere Sehenswürdigkeit Eppinghovens ist die katholische St.-Johannes-Kirche. Die Kirchengemeinde wurde im Jahre 1236 gegründet. Damals hatten es die feinen Leute im Kirchspiel Eppinghoven leicht. Während das "gemeine" Volk an den kirchlichen Hochfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten den Weg zur Mutterkirche nach Götterswickerhamm antreten musste, durften die hochherrschaftlichen Familien auf Haus Wohnung und Haus "an gen Ende" (heute Haus Endt) samt ihrer Dienerschaft den Gottesdienst in der Kapelle zu Eppinghoven hören. Dieses Privileg stand ihnen seit alters her zu, genauso wie eine Grabstätte in der Kapelle. Architektonisch ist auch die evangelische Friedenskirche in Eppinghoven, mit ihrem freistehenden Kirchturm interessant.

St. Johannes Eppinghovn Friedenskirche














Wieder einmal muss nun der Uferweg verlassen werden um das Gelände des Eppinghovener Schützenhauses zu umgehen. Aber nach einem kurzen Umweg gelangt man, zusammen mit dem Rotbach in den Wohnungswald, so benannt nach "Haus Wohnung". Das traditionelle Herrenhaus Eppinghovens, das Wasserschloss Haus Wohnung, befindet sich noch heute auf Voerder Stadtgebiet. Über den Namen haben sich schon viele gewundert. Nach einem alten Schriftstück aus dem Jahre 1327 hieß der erste Besitzer des mittelalterlichen Rittersitzes "Arnd van der Wonyngen", der auch Gerichtsherr im Bezirk Götterswick war. Aus "Hus Wonyngen" wurde Ende des 16. Jahrhunderts "Haus Wohnung".

Wassermühlen an Haus Wohnung Haus Wohnung














Das Herrenhaus besteht heute aus einem mächtigen Mittelbau aus Backstein, der zum Hof hin dreistöckig ist. Umgeben wird "Haus Wohnung" vom Rotbach, Resten des ehemals ganz umlaufenden Wassergrabens und der Vorburg, deren mittelalterlicher Ursprung bis heute ablesbar ist. Dazu gehört auch die 1478 erstmals erwähnte Wassermühle, deren derzeitiges Mühlengebäude aus dem 18./19. Jahrhundert weitgehend original erhalten ist, ebenso wie die historische Mühleneinrichtung. Zwei noch im 18. Jahrhundert beidseitig des Rotbachs angeordnete Bauten, eine Ölmühle und eine Kornmühle, wurden Ende des 19. Jahrhunderts durch einen Zwischenbau zusammengeschlossen und hier eine Turbine mit Königswellenantrieb und Riementransmission installiert. Die Mühle ist seit 1994 wieder regelmäßig in Betrieb. Auch die früheren Landschaftsparkanlagen einschließlich der Gartenanlagen und Brücken sind noch gut erkennbar erhalten. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz.

der Rotbach bei Haus Wohnung der Zufluß zu Haus Wohnung

So kann man den Rotbach nur ein Stück weit begleiten. Er entschwindet auf das Privatgelände, wo er dem Schloss und der Mühle dient, um dann an der Frankfurter Straße wieder öffentlich zu werden.
Nun ist es nicht mehr weit bis zum Rhein.

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