.: Dem Rotbach seine Route :.     
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Hiesfelder Wasserspiele

Jetzt wird´s verrückt. 200 m Gewässerabwärts im Bereich kurz hinter der ehemaligen Wasserburg "Haus Hiesfeld" verschwindet der Rotbach in mit einem Knick in der Wiese und in seinem ehemaligen Bachbett kommt ihm ein kleiner Bach entgegen. Was ist da los?
Anfang 1994 war die Situation am Rotbach in Hiesfeld unhaltbar geworden. 1993/94 und 1995 hatten starke Niederschläge für "Land unter" gesorgt. Ursache: Wegen Bergsenkungen, die durch den Kohleabbau der Zeche Lohberg/Osterfeld entstanden waren, war der Abfluss des Gewässers "massiv gestört". Kurz: Der Rotbach "stand" mehr als dass er floss und wuchs sich häufiger zu einer Seenplatte aus. Darum wurde zur Vorflutregulierung des Rotbaches das Bachpumpwerk Dinslaken-Rotbach mit einem vorgeschalteten Rückhaltebecken errichtet. Es fördert maximal 6 m³/s aus einer Bergsenkungsmulde. Geballte Technik, kein Mensch zu sehen. Oberirdisch sieht man auf einer Wiese an der Straße "Auf dem Loh" recht wenig. Man muss schon dem Pumpwerk auf den Grund gehen, um die Dimensionen erahnen zu können. Denn das Herz der komplexen Anlage des Lippeverbandes befindet sich bis zu zwölf Metern unter der Grasnarbe.
renaturierter Gegenlauf Über Gittertreppen geht es hinunter in einen zehn Meter hohen Raum zu den riesigen Pumpen, die eine Förderleistung von bis zu 6000 Liter Wasser pro Sekunde hinlegen können. In einem Zwischenstockwerk sind die fünf Strom- Transformatoren, die die Pumpen antreiben, und in einem Nebenraum die Steuerungsinstrumente untergebracht. Geballte Technik, natürlich heute auf Computerbasis. Im Normalfall ist hier kein Mensch zu sehen. Die Mitarbeiter des Lippeverbandes überwachen dieses Pumpwerk wie etwa 40 andere zwischen der Schwarzen Heide und Götterswickerhamm/Mehrum von einer Zentrale aus, die sich im Klärwerk Dinslaken am Wohnungswald befindet. Alles läuft automatisch. Lediglich zu Kontrollen und bei Störungen (zum Beispiel bei Stromausfällen) rücken die Kenner der feuchten Materie an.
im Winter sehr idyllisch

Im Vorfeld gab es erhebliche Widerstände seitens der Naturschützer und der Stadt gegen das in seiner Arbeitsweise ziemlich einmalige Pumpwerk. Das hat Verzögerungen beim Baubeginn nach sich gezogen. Als dann alles funktionierte, waren alle des Lobes voll. Bei einer "Förderleistung der Pumpstation von 6000 l/ sec und einem vorgeschalteten, naturnahen Hochwasserrückhaltebecken sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Hochwassers auf weniger als einmal in hundert Jahren", versprach der Lippeverband im Januar 1994. Der Bergbau musste zahlen.



vor Hiesfeld


Für die Hochwassersicherheit wurde in Kauf genommen, dass der Rotbach einige Kilometer unterirdisch durch Rohrleitungen fließt. Neben dem Hauptwasseraustritt gibt es einen kleineren Quelltopf von dem ein Teil des Wassers, die durch Rohre überbrückte Strecke, als ein kleiner, renaturierter Bachlauf zurückfließt.

Der Wasserstand im weiteren Verlauf wird durch die jeweilige, momentane Einstellung der Pumpenleistung bestimmt. Von nun an fließt der Rotbach mehr durch urbanen Bereich. Unterhalb der Hiesfelder Dorfkirche sogar zwischen und unter Häusern durch.

Dorfkirche ST. Cyriakus



Die Dorfkirche existiert in Teilen seit dem 12. Jahrhundert. Der Westturm ist bis heute im Wesentlichen bestehen geblieben. Das Langhaus in seiner heutigen Form stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das Wappen von Hiesfeld zeigt unter anderem den hl. Cyriacus in silbernem Ornat. Der hl. Cyriacus ist seit dem 15 Jahrhundert als Patron der Hiesfelder Kirche nachweisbar. Von 1905 bis 1917 war die Gemeinde Hiesfeld die flächenmäßig größte preußische Landgemeinde. Das Areal um Kirche, Marktplatz und Einkaufsstraße hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten.

Nun strebt der Rotbach mit seinem ufernahen Radweg, kanalisiert dem Schwerindustrie- gelände zu. Auf diesem Teilstück sind wir früher, als wir noch einen Rauhaardackel hatten, sehr oft gegangen. Da lang führte unsere "kleine Hunderunde".
auf der Hunderunde
Und fast jedes Mal lag dort ein altes Fahrrad im Bach. Immer wieder ein anderes. Und dann ist da noch diese interessante Brückenkonstruktion unter der Zechenbahntrasse mit der anschließenden romantischen Brücke zur Überquerung.

Brücken

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