.: Dem Rotbach seine Route :.     
Schwarz, Rot, Gold <<   X   >> 

Schwarz, Rot, Gold

Namen der Bäche

Schwarz ist das Moor, rot das Eisen und golden der Sand. So verraten die Farben des Gewässers seine Herkunft und stehen Pate für die Namensgebung.
Der schwarze Bach, der beim "Drei-Städte-Eck" Bottrop, Oberhausen, Dinslaken, in den Rotbach mündet, entwässert die Wald- und Heidegebiete der Kirchheller Heide. Das schwärzliche Moorwasser des Quellgebietes mit seinen Sümpfen und abgegrabenen Torfstichen verlieh dem Bach einst seinen Namen.
Der Rotbach durchfließt Gebiete mit eisenhaltigem Untergrund. Typisch sind dabei die Raseneisenerze, die bis vor 150 Jahren noch mühsam aus dem Boden zusammengekratzt wurden. Sie geben ihm durch Oxidation eine rostrote Farbbeimischung.
Beiden Bächen gemeinsam ist der goldene Sand. Ihn gibt es in den durchflossenen Heidegebieten im Überfluss. Die Ablagerung großer Sandfrachten an ungeeigneten Stellen führte immer wieder zu Verstopfungen und Überflutungen. So baute man kurz hinter dem Zusammenfluss ein Sandauffangbecken aus Beton. 1999 wurde das wieder entfernt und durch eine naturnahe Auffangmulde ersetzt.

Goldener SandSandauffangbecken (renaturiert)

Namen der Orte

Mit dem Zusammenfluss und dem "Drei-Städte-Eck" verbinden sich noch andere Namen.
Sträterei: Wenn man mit dem Fahrrad durch den Kirchheller Wald fährt begegnet man ständig Wegweisern, die zur Sträterei weisen. Kaum Jemandem ist bekannt um was es sich da handelt. Sträterei ist ein Flurstück von Dinslaken, benannt nach einer Familie Sträter, die um ca. 1700 einen Hof und Liegenschaften in der Nähe bewirtschaftete. Die Offiziellen können ja nicht auf die folgenden, meist besser bekannten Ortsnamen hinweisen.
Hüsken-Schroer: Dieser Name war uns früher schon geläufig. So hieß ein ehemaliger Besitzer der Gaststätte Waldesruh, die auch heute noch so heißt. Hüsken Schroer war für uns ein Zielpunkt für Fahrrad- oder Autotouren. Dort konnte man, fast mitten im Wald, Erfrischungen genießen, sein Auto stehen lassen und in das dort sehr naturnahe Rotbachtal gehen. Der Rotbach und das betonierte Sandfangbecken luden zum Spaß im und am Wasser ein.
Whisky-Bude: Nach dem das Radfahren kein Muss mehr war und immer mehr zum Wochenend - Freizeitvergnügen wurde, wollten viele Naturliebhaber ihre Zeit nicht mit warten auf Bedienung in der Gaststätte vertun. Man war dankbar, dass sich auf einem Hof in der Nähe eine Bude installierte, an der man das Begehrte flugs an einem Schalter bekam.
Dazu kommt dann noch die Westernreiterei. Eine Mode die hauptsächlich von Mädels betrieben wird. Die nachdem sie die Wälder unsicher gemacht haben, gern dort pausieren und ihre Ponys unter Apfelbäumen anbinden können. Es gibt sogar eine Reitweg-Anbindung. Und weil ein standesgemäßer Westernreiter auch schon mal einen standesgemäßen Whisky trinken muss, bekam die Bude, an der weit mehr Kaffee und Kuchen konsumiert wird, den Namen Whisky-Bude. (Seit 2018 gibt es die nicht mehr)
Obwohl außer wildromantischer Natur dort nichts weiter geboten wird, ist dieser Teil des Rotbachtals von je her ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Reiter auf dem Weg zur Whisky-Bude?Wilde Natur

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